Schutz von Pipettengummis vor Zersetzung durch Wasserstoffperoxid
Einleitung
Wasserstoffperoxid ist ein starkes Oxidationsmittel. Elastomer-Gummis, die längere Zeit mit der Flüssigkeit oder deren Dampf in Kontakt stehen, können hart werden, reißen, aufquellen oder klebrig werden. Dieser Artikel erklärt, was diese Schäden verursacht und was Sie tun können, um sie zu begrenzen.
Warum Wasserstoffperoxid Gummis schädigt
Oxidationsmittel greifen bei vielen Elastomeren die Polymerketten an. Die Folge sind ein Verlust der Elastizität, Oberflächenrisse oder Veränderungen der Abmessungen. Wie schnell dies geschieht, hängt ab von:
- Konzentration: stärkere Lösungen sind aggressiver.
- Kontaktdauer: ein kurzes Abwischen ist etwas völlig anderes als wochenlange Lagerung mit Flüssigkeitskontakt am Gummi.
- Temperatur und Licht: Wärme und UV-Strahlung beschleunigen die Alterung des Elastomers und die Zersetzung des Peroxids.
- Elastomertyp: einige Typen, etwa Naturkautschuk, sind im Allgemeinen anfälliger für Oxidation als andere.
So verringern Sie das Risiko
1. Wählen Sie das Material passend zur Anwendung
Prüfen Sie die Beständigkeit des Elastomers gegenüber Ihrer konkreten Wasserstoffperoxid-Konzentration. Allgemeine Beständigkeitstabellen sind nur ein Ausgangspunkt, da sich Rezepturen, Additive und Bedingungen unterscheiden. Testen Sie den Gummi stets mit Ihrem eigenen Produkt.
2. Vor dem Einsatz testen
Befüllen Sie einige montierte Pipettenaufsätze mit Ihrem Produkt und lagern Sie sie unter realistischen Bedingungen, idealerweise auch bei leicht erhöhter Temperatur. Kontrollieren Sie die Saugnäpfe in regelmäßigen Abständen auf:
- Risse oder eine spröde Beschaffenheit,
- Quellung oder Verformung,
- Klebrigkeit oder Verfärbung,
- Verlust der Elastizität oder schlechte Saugwirkung.
3. Kontakt zwischen Flüssigkeit und Saugnapf begrenzen
- Lagern Sie Pipettenaufsätze aufrecht, damit die Flüssigkeit in der Glaspipette und im Fläschchen verbleibt.
- Lassen Sie die Pipette nach dem Gebrauch nicht über längere Zeiten mit Flüssigkeit gefüllt.
- Vermeiden Sie es, Flüssigkeit in den Saugnapf hochzuziehen.
- Wischen Sie Tropfen rund um den Kragen und den Saugnapf ab.
4. Schonend reinigen
Waschen Sie wiederverwendbare Komponenten mit milder Seife und lauwarmem Wasser, spülen Sie anschließend gründlich nach und lassen Sie sie trocknen. Verwenden Sie keine peroxidhaltigen Reinigungsmittel auf den Saugnäpfen, sofern Sie deren Verträglichkeit nicht geprüft haben.
5. Richtig lagern
Bewahren Sie Ersatzsaugnäpfe und montierte Pipettenaufsätze kühl und trocken fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen auf. Auch Peroxidlösungen zersetzen sich mit der Zeit und können Sauerstoff freisetzen. Beachten Sie daher die Lagerhinweise für Ihre Rezeptur und prüfen Sie, ob Ihr Verschluss dafür geeignet ist.
6. Auf Beschichtungen nicht verlassen
Eine Beschichtung oder Behandlung der Pipettenhütchen ist keine verlässliche Lösung. Eine Beschichtung kann sich abnutzen, abplatzen oder unerwünschte Stoffe in Ihr Produkt einbringen. Es ist besser, ein geeignetes Material auszuwählen und es zu testen.
7. Prüfen und austauschen
Kontrollieren Sie die Pipettenhütchen regelmäßig und ersetzen Sie alle, die Risse, Verfärbungen, Klebrigkeit oder nachlassende Elastizität aufweisen. Der Austausch eines abgenutzten Hütchens ist weitaus günstiger, als ein Produkt durch Auslaufen oder ungenaue Dosierung zu verlieren.
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Zusammenfassung
Ein ungeeignetes Pipettenhütchen lässt sich nicht vollständig gegen Wasserstoffperoxid resistent machen. Am wirksamsten sind die folgenden Schritte: ein geeignetes Material wählen, es mit Ihrer eigenen Rezeptur testen, den Kontakt zwischen Flüssigkeit und Hütchen auf ein Minimum beschränken, Pipetten sachgerecht lagern und abgenutzte Hütchen rechtzeitig ersetzen.







